Die Synagoge in Dresden befindet sich am Rande der Altstadt, zwischen der Brühlschen Terrasse und der Carolabrücke. Der erste Synagogenbau von Gottfried Semper wurde 1938 zerstört, die neue Synagoge wurde ab 1996 an nahezu der gleichen Position errichtet. Zwischen 1950 und 2001 fanden die jüdischen Gottesdienste in der ehemaligen Totenhalle am Jüdischen Friedhof Fiedlerstraße statt.
1997 wurde ein internationaler Wettbewerb für den Komplex aus Synagoge und Gemeindezentrum ausgeschrieben. Die jüdische Gemeinde Dresden entschied sich für den drittplatzierten Entwurf vom Saarbrücker Architektenbüro Wandel, Hoefer und Lorch + Hirsch. Der Neubau wurde 2002 als Europäisches Gebäude des Jahres gewürdigt. Bei den nahezu fensterlosen Wänden der Synagoge ist jede der 34 Steinlagen gegenüber der vorigen leicht verdreht. Die untere Lage richtet sich am Grundstück aus und mit der oberen ist in 24 Metern Höhe eine Ostausrichtung erreicht. Mit diesem Kunstgriff sind optimale Ausnutzung des schmalen Grundstücks (nach dem Krieg durch Brückenneubau verkleinert) und notwendige Ausrichtung nach den Himmelsrichtungen verbunden. Die Dynamik der Drehung relativiert die Monumentalität des Baukörpers und durch die versetzten Steine ergeben sich interessante Verschattungen. Im Inneren der Synagoge begegnet man einem Raum im Raum. Von der Decke abgehängt, bildet ein baldachinartiges Zelt aus Metallgewebe den eigentlichen Versammlungsraum. Dieser ist am Deckenraster ausgerichtet und damit geostet. Thoraschrein (Aron Hakodesch) und Orgel sind in die Ostwand integriert.Die grau-gelbliche Färbung und die Struktur des Gebäudes passen sich gut in die Sandstein-Architektur der Dresdner Altstadt ein, obwohl der Bau in Wirklichkeit in gefärbtem Beton (massive Formsteine) ausgeführt wurde. Südlich der Synagoge steht das etwas niedrigere Gemeindezentrum, in welchem sich auch ein Café befindet. Es verfügt über eine große Glasfront zum Innenhof sowie viele kleine Fenster zu den drei Straßenseiten.
Quelle: http://www.wikipedia.de