Die Neue Wasserkunst (sorb. Nowa wodarnja) in Bautzen war ebenso wie die Alte Wasserkunst eine Anlage zur Wasserversorgung der Stadt, die auf einem Felsplateau ?ber dem Tal der Spree gelegen ist. Das heute noch erhaltene, 1721 neu errichtete Bauwerk befindet sich im S?den der Altstadt am Aufgang aus dem Spreetal zum Neutor an der Lauenstra?e.</p>
<p>Die bereits im 15. Jahrhundert errichtete Alte Wasserkunst konnte dem ansteigenden Wasserbedarf sp?testens zu Beginn des 17. Jahrhunderts nicht mehr gerecht werden. Daher plante der Stadtrat den Bau eines zweiten Hebewerkes, auch um im Brandfall zuk?nftig mehr L?schwasser zur Verf?gung stellen zu k?nnen. Als Bauplatz w?hlte man eine Stelle in der N?he des ?u?eren Lauentores aus, an der die Spree dem Steilhang des Tales besonders nahe kommt. Am 24. Juli 1606 legten der Bautzener B?rgermeister Sch?nborn und der Baumeister Wenzel R?hrscheidt der J?ngere den Grundstein. Dahinein wurden eine Flasche rheinischen Weines sowie eine Urkunde und ein Bild des fr?heren B?rgermeisters Melchior Piccius gelegt.</p>
<p>Das an der Spree gelegene Entnahmebauwerk wurde noch 1606 fertiggestellt. Im Jahre 1607 begann man mit den Arbeiten am ?berdachten R?hrengang, der den Hang hinauff?hrt, sowie dem Turm. Im Juli 1608 ereignete sich eines Abends ein schwerer R?ckschlag f?r den Baumeister R?hrscheidt, als gegen 21 Uhr der Turm der Wasserkunst in sich zusammenst?rzte. Dabei wurden zwei H?user in der unterhalb gelegenen Fischergasse zerst?rt, wobei ein 15-j?hriger Junge ums Leben kam. Die Katastrophe wurde durch ein ungeeignetes Bindemittel ausgel?st. Bis zum Wintereinbruch hatte man den Turm unter der besonderen Aufsicht des Stadtrates neu errichtet und die Haube aufgesetzt.</p>
<p>Zwar hatte man bereits Wasserleitungen von der Neuen Wasserkunst bis zum Fleischmarkt in der Altstadt gelegt, dennoch konnte das Bauwerk erst am 2. Juli 1610 eingeweiht werden. Doch auch die weitere Geschichte des Bauwerkes ist gepr?gt von Katastrophen. Im Winter 1618 brannte der Turm nach dem Versuch aus, gefrorene Wasserleitungen aufzutauen. Im Jahr 1620 wurde der obere Teil des Turmes bei der Belagerung durch schwedische Truppen zerst?rt. In den folgenden 100 Jahren verfiel die Wasserkunst immer mehr, mehrmals brannte es dort.</p>
<p>Im Jahr 1721 erbaute man die Wasserkunst v?llig neu, diesmal aus Stein und mit einem Kuppeldach, um sie widerstandsf?higer zu machen. In den folgenden Jahrzehnten waren st?ndige Reparaturarbeiten am Hebewerk und den Pumpen notwendig, 1874 installierte man an der Entnahmestation eine Dampfmaschine, um dem durch die Industrialisierung gestiegenen Wasserbedarf gerecht zu werden. Die Entwicklung der Industrie am Oberlauf der Spree hatte jedoch auch zur Folge, dass das Flusswasser immer ungenie?barer wurde und die Stadt sich nach anderen M?glichkeiten der Wasserversorgung umsah. Infolgedessen wurden mehrere Tiefbrunnen angelegt, aus denen nun die Leitungen gespeist wurden. Im Jahr 1893 wurde die Neue Wasserkunst stillgelegt. Im Jahre 1937 wurde der Turm umfangreich renoviert. 1999 begann eine erneute umfassende Sanierung, die 2000 abgeschlossen wurde.</p>
<p>Im Unterbau der Neuen Wasserkunst befindet sich das Neutor, welches ehemals ein Teil des ?u?eren Lauentores war. Mit ihrer Lage am s?dlichen Stadtende war die Wasserkunst neben ihrer eigentlichen Funktion auch Teil des Verteidigungssystems der Stadt am Durchgang der Frankenstra?e durch das Stadttor.<br>
<p>Quelle: <a href="http://www.wikipedia.de">http://www.wikipedia.de</a>